Der Fall der Mutter Inka Rutsch – Justizopfer nach Kindesmissbrauch

Der Fall der Mutter Inka Rutsch – Justizopfer nach Kindesmissbrauch

Der Fall des Justizopfers Inka Rutsch,

einer Mutter die nach der versuchten Aufklärung des vertuschten sexuellen Missbrauchs und der unaufgeklärten Ermordung einer ihrer Tochter selbst als Justizopfer im Gefängnis gelandet ist.

Die Schwester Vivian Rutsch hat in ihrem Buch “Still Here” emotionale Einblicke in diese Familientragödie von Kindesmissbrauch, Mord und eklatantem Justizversagen festgehalten:

Vivian Rutsch – Still Here

»Es gibt zwei Dinge, die mich der Tod meiner Schwester gelehrt hat: Jemanden, den du liebst, kannst du nicht verlieren, und jede nur erdenkliche Grausamkeit existiert.«

In dem Buch Still Here macht sich die Fotografin Vivian Rutsch auf die Suche nach Antworten auf den Tod ihrer 17-jährigen Schwester und den ihres Vaters und die mangelhaften Ermittlungen.

Dabei stößt sie auf ein gesellschaftliches Phänomen ungeklärter Todesfälle in Deutschland.
Auf packende und persönliche Weise erzählen Fotografien, Tagebucheinträge, Illustrationen und Texte die unfassbare Geschichte einer Familie.
Vivian Rutsch (*1994) studierte Fotojournalismus und Dokumentarfotografie in Hannover. Ihre Arbeiten wurden unter anderem beim Lumix Festival, Hannover, bei Visa off, Perpignan, und beim Fotofestival Zingst ausgestellt.

 

In meinem Buch STILL HERE suche ich nach Antworten auf den Tod meiner 17-jährigen Schwester und den meines Vaters, den sexuellen Missbrauch in meiner Familie und die mangelhaften Ermittlungen.

Bei meiner Recherche stieß ich auf das gesellschaftliche Phänomen ungeklärter Todesfälle in Deutschland.

Kinder werden missbraucht. 1 von 10, jeden Tag.* Auch Du kennst betroffene Kinder. Menschen verschwinden und werden getötet, ohne dass die Fälle aufgeklärt werden. Das ist kein Tatort am Sonntag, auf dem Sofa. Das ist das Leben. Mein Leben und das von sehr vielen Menschen. Nach dem Tod meiner Schwester habe ich mir unzählige Male die Frage gestellt: »Was hätte ich tun können?« Es ist hart. Ich war selbst noch fast ein Kind. Aber ich hätte besser hinschauen können. Wir müssen lernen, wo Missbrauch beginnt und was die Warnsignale sind. Wir müssen den Mut finden hinzusehen. Egal, wie schmerzhaft es ist. Es gibt nichts, das so schlimm ist, wie nicht gehört und gesehen zu werden. Es sind nicht Deine Kinder oder Meine. Es sind unsere Kinder. Wir können etwas ändern, es ist ein kleiner Schritt mit einer großen Wirkung. Aufmerksam sein, den Mut finden hinzusehen und zu handeln. Ich versuche das mit meinem Buch. Für meine Schwester- für alle Menschen, die niemand sieht. Wir sind nicht allein.

*Experten gehen von folgenden Zahlen aus. Siehe:

 

Background

Ich bin Vivian und ich habe lange mit mir gerungen, ob ich diese Geschichte erzählen kann und will. Und ich habe mich dafür entschieden, weil es die einzige Möglichkeit ist, den Tätern*innen ihre Macht zu nehmen.

Meine Schwester hatte nach dem angebliche Sturz aus 34m Höhe in Selbstmordabsicht offene Frakturen – und verlor trotz Gerinnungsstörung am Tatort angeblich keinen Tropfen Blut !
Der wahre Tatort wurde nie gesucht, sonst hätte die Justiz einen Mord aufklären müssen – und vielleicht öffentlich versagt.  

Ich habe mit vierzehn Jahren begonnen zu fotografieren. Als mit fünfzehn mein Vater starb, habe ich bemerkt, wie viel mir ein einziges Foto bedeuten kann.

Besonders bei meiner ganz kleinen Schwester hatte ich immer das Gefühl, dass ich jeden Moment festhalten muss. Irgendwann später hat sie gesagt, dass sie lieber ein Junge sein möchte. Sie wollte Schriftsteller werden und wir hatten geplant zusammen ein Projekt über ihren Transgender-Prozess zu machen.

 

“Wo war meine Schwester an ihrem letzten Tag?
Warum war Papas Handy zerstört, obwohl es sich im Rucksack befand?
Warum hat meine Schwester gemeint, dass K. bei uns ins Haus geht, wenn wir nicht da sind?
Warum wurde in beiden Fällen kein Todeszeitpunkt bestimmt?
Warum ist seine Akte heute unvollständig?
Warum hatte meine Schwester Blut in der Nase, das nicht herausgeflossen ist?
Muss ich Angst haben?”

So befragt die jüngere Schwester die tote 17-Jährige, die offensichtlich – wie auch ihre andere drei Schwestern – missbraucht wurde, wobei der neue Familienvater mit höchster Wahrscheinlichkeit einem Pornografie-Ring angehörte, während der eigene Vater offensichtlich von jemandem aus diesem Kreisen umgebracht wurde.

Nach und nach stößt die Autorin auf viele Ungereimtheiten, vor allem dann, als sie die polizeilichen Akten liest und sie in dem Zusammenhang mit dem offensichtlichen Unwillen der Untersuchungsorgane bringt.

Das gilt sowohl für den Tag, als die Polizei wegen des Verschwindens ihrer 17-jährigen Schwester mit dem Hubschrauber ihr Handy neben einem Sendemast unweit des Familiendomizils identifizierte und trotzdem die weitere Suche aufgab – obwohl draußen Frost von minus 15 Grad herrschte. Später wird es heißen, sie wäre in Suizidabsicht in einen Abgrund gestürzt. Ihr Handy blieb unbeschädigt, alle Daten waren gelöscht.

Ähnlichen Selbstmord soll auch der Vater neun Jahre zuvor begangen haben – nur, dass alle seine Kleider sorgfältig auf Bäumen aufgehängt waren.

Suizide sollen es also gewesen sein, was allem Anschein nach nicht stimmt.

Die 1994 geborene Fotografin Vivian Rutsch machte sich für ihr Buch “Still here” auf die lange Suche nach der Wahrheit in der Familie, die, so scheint es,
nach dem Tod des Vaters 2009, aus der Kinderpornografie im großen Stil ihre Einkünfte bezog.
Denn als der Vater starb, war Vivian Rutsch gerade 15 Jahre alt, und als sich ihre Schwester angeblich umgebrachte, war sie 24.

Sie suchte die Orte auf, wo das Leben ihres Vaters und ihrer Schwester abrupt endete, verglich die offiziellen polizeilichen Angaben mit den angeblichen Umständen des Todes, begab sich auch in die Vergangenheit – anhand der Fotografien ihrer Schwester und der bruchstückhaften Erinnerungen, deren Sinn sie damals oft nicht verstand: “Einige Monate vor dem Tod meiner Schwester hatte unsere knapp vierjährige Halbschwester das erste Mal von seltsamen Dingen erzählt, die ihr Vater (Vivians Stiefvater) mit ihr anstellte. Ihre Aussage in der Videovernehmung wurde von der Staatsanwaltschaft als unzureichend eingestuft.”

Vivian Rutsch sah sich in ihren Vermutungen bestätigt. Als sie dann noch ein Jahr später auf die Tagebücher ihrer Schwester stieß, wurde klar, dass diese schon mit 13 sexuell missbraucht wurde und
dass bei ihr ein Transgenderprozess einsetzte.

In dieser Zeit begann Vivian, das Leben ihrer Schwester fotografisch zu dokumentieren, wozu die schöne 14-Jährige mit ihrem natürlichen Ausdruck prädestiniert schien.
Das Tagebuch offenbarte auch, dass der damalige Freund ihrer Mutter sie ebenfalls missbrauchte.

Die fast sorglos anmutenden Fotografien der Schwester kontrastieren mit der nackten Banalität jenes Sendemastes, wo die Schwester ermordet wurde,
möglicherweise in dem Augenblick, als der Mörder das Knattern des sich nähernden Polizeihubschraubers hörte. Ähnlich scheint es sich mit dem angeblichen Suizid des Vaters abgespielt zu haben.

In beiden Fällen scheinen die Ungereimtheiten eklatant, die Obduktionsbefunde unvollkommen und teilweise unverständlich, die Schlussfolgerungen der Staatsanwaltschaft zumindest dubios.

Und was mehr ist – der mögliche Mörder läuft frei herum.

Das aufrüttelnde Buch ist neben den Fotos auch von Zeichnungen und kurzen Texten begleitet – auch von jenen der kleinen Halbschwester, die belegen, wie schwer jedes der Familienmitglieder psychisch betroffen war.

Gern hätte man gewusst, ob dieser fotografische Seelenschrei auch zu ihrer Befreiung beigetragen hat, was die Worte offensichtlich nicht könnten.

Vivian Rutsch: “Worte waren mal meine Sprache, ich war mal mein Zuhause. Der Boden fühlte sich gut an. Ich fühlte mich sicher, der Himmel war eine warme Decke… Mein Herz ist aus Glas, kleine Teile schweben, wie Staub in Licht. Das ist das Leben, oder? … Ich will deinen Namen unendlich laut schreien und dich neben mich zurückholen, doch das ist verboten. Leider.”

InfoVivian Rutsch, Still here, Fotografien und Texte, Kehrer Verlag Heidelberg 2020, 240 Seiten, 35 Euro. 155 Farb- und s/w-Abbildungen.Inka

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